Corporate Podcast: Jetzt gibt's was auf die Ohren

Viele reden darüber, noch mehr hören zu. Podcasts sind gerade in aller Munde – pardon, in aller Ohren. Warum Corporate Podcasts Teil der Content Marketing Strategie sein müssen, erklären wir Ihnen in diesem Blogbeitrag.

Podcasts: Ohren auf!

„Was auf die Ohren zu bekommen“ liegt gerade voll im Trend. Gemeint sind natürlich Podcasts, die gerne als „Kino im Kopf“ oder „Netflix für die Ohren“ beschrieben werden. Genau genommen ist Podcast eine Wortschöpfung aus den Worten iPod (der zu seinem Erscheinen revolutionäre MP3-Player von Apple) und Broadcast, zu Deutsch (Radio)Übertragung.
Die Audio-Talkformate erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Inzwischen hört fast jeder vierte Deutsche einen der über 6000 Podcasts aus dem deutschsprachigen Raum – in den meisten Fällen über das Smartphone. 74 % der Podcasthörer greifen über Plattform-Player wie SoundCloud, Spotify oder iTunes via Smartphone zu. Bei der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen verdoppelte sich die Hörerschaft sogar. Am häufigsten angehört werden Formate wie Unterhaltung und Comedy, Hörbücher sowie Podcasts aus dem Bereich Wissen und Wissenschaft (Quelle: Statista). Auch Google springt auf den Podcast-Trendzug auf: Mit dem Projekt „Shortwave 120“ will der Datengigant online sämtliche Podcasts auffindbar machen und in die bekannte Google-Suchfunktion einfügen.
Warum wir gerade jetzt die Renaissance des Podcasts erleben, liegt in erster Linie an der Digitalisierung der Gesellschaft: In Deutschland zählen rund 80 % der Bevölkerung zu den Smartphone-Nutzern. Egal ob im Zug, zu Fuß auf dem Weg zur Arbeit oder unterwegs im Auto – mit dem Mobiltelefon können Podcasts jederzeit und überall gehört werden. Netter Nebeneffekt: „Leerzeiten“, wie etwa die eintönige Autofahrt oder das Warten auf den Bus, lassen sich auf diese Weise kurzweilig überbrücken. Außerdem gibt es heute zahlreiche Plattformen, auf denen Hörer Podcasts bequem streamen oder downloaden können. Kurz: Die notwendige „Podcast-Infrastruktur“ ist vorhanden.

Corporate Podcast: Potential für Unternehmen

Doch was ist der Reiz an Podcasts? Guter Audio-Content erzählt Geschichten – der Wunsch danach ist im Menschen tief verankert. Schon als Kinder haben wir es geliebt, der neusten Folge von Bibi Blocksberg oder Benjamin Blümchen zu lauschen. Dazu kommt die geradezu intime Atmosphäre. Die Stimme des Erzählers geht von den Kopfhörern direkt ins Ohr – real, ungefiltert, authentisch. Gerade deshalb sind Podcasts auch aus Marketing-Sicht interessant. B2B-Unternehmen haben beispielsweise die Möglichkeit, sich mit einem gelungenen Audio-Format als Experte oder „Meinungsführer“ auf einem speziellen Gebiet zu positionieren. Der Kanal Podcast ermöglicht die Fokussierung auf unternehmensspezifische Kernthemen, was wiederum dazu führt, dass anstatt dem Gießkannenprinzip nur die gewünschte Zielgruppe angesprochen und deren Interesse geweckt wird. In dem Zusammenhang lassen sich die konkreten Benefits eines Produktes oder eines Services wie in einer 1:1-Gesprächssituation detailliert vorstellen, komplexe Produkte und Sachverhalte leichter erklären. Der Vorteil: Dadurch lässt sich dem Kunden vermitteln, warum genau diese Lösung die richtige für seine Problemstellung ist. Auch kann ein Podcast dabei unterstützen, bei (potentiellen) Kunden nötiges Vorwissen aufzubauen, sodass der Einsatz des Produktes später ohne zusätzlichen Support reibungslos verläuft. Sind Host, Zielgruppe und Inhalt gut aufeinander abgestimmt, ist eine glaubwürdige und professionelle Podcast-Sendung also ein geeignetes Mittel, um Vertrauen für die B2B-Marke zu schaffen.

Die Basics des Corporate Podcast

Bevor Sie direkt zum Mikro greifen – nicht so schnell. Damit ein Corporate Podcast Gehör findet und tatsächlich zu einer sinnvollen Ergänzung im Content Marketing-Mix wird, muss etwas Vorarbeit geleistet werden. Fragen Sie sich:

Wer?

Die Beziehung zwischen dem Podcast-Host und dem Hörer ähnelt einer privaten, lockeren Gesprächsrunde. Deshalb ist es wichtig, den Host genau auszuwählen. Es sollte eine Persönlichkeit sein, die nicht nur über einschlägige Berufserfahrung verfügt, sondern auch ein Talent fürs Sprechen hat und in der Lage ist, ein Gespräch zu steuern und zudem das Unternehmen zu repräsentieren. Wichtig ist zudem eine angenehme Stimmklangfarbe und -melodie. Denn seien wir ehrlich: Wir alle haben doch schon mal bei einer unangenehmen Moderatorenstimme das Radio ausgestellt oder den Sender gewechselt. Die Auswahl des richtigen Moderators darf deshalb nicht unterschätzt werden. Schließlich ist vor allem er derjenige, der dem Podcast ein Profil gibt und für den Wiedererkennungswert sorgt.

Welches Format?

Wenn geklärt ist, wer Host des Podcasts sein soll, steht als nächstes die Frage des passenden Formats im Raum: Monolog, One-to-One-Interview, Gespräch mit mehreren Teilnehmern…. Natürlich ist eine Entscheidung für ein Format nicht in Stein gemeißelt. Ganz im Gegenteil kann ein Wechsel zwischen verschiedenen Formaten für Abwechslung sorgen und die Spannung hochhalten.

Welche Themen?

Jetzt geht’s ans Eingemachte – worüber möchten Sie denn sprechen? Das Unternehmen selbst oder auch allgemeines Branchenwissen? Soll nur ein Hauptthema im Fokus stehen oder die gesamte Palette abgedeckt werden? Die Themenauswahl hängt natürlich auch vom gewünschten Ziel ab: Wollen Sie ihr Unternehmen als Experten platzieren, Produkte erklären oder neue Mitarbeiter rekrutieren? Schenken Sie der Themenauswahl besondere Aufmerksamkeit, damit der Podcast nicht zum bloßen Product Placement oder zur Werbesendung verkommt. Ein Tipp noch: Um nicht den Überblick zu verlieren, ist die Erstellung eines Redaktionsplans sinnvoll. Das reduziert das Risiko, sich zu verzetteln, Themen doppelt zu spielen oder den Rhythmus nicht einzuhalten.

Wie oft und wie lange?

Einmal die Woche oder einmal im Monat? Die Häufigkeit hängt in erster Linie davon ab, was ein Unternehmen zeitlich leisten kann und wie viele Themen zur Verfügung stehen. Im Vergleich verursacht die Produktion eines Podcasts zwar deutlich weniger Aufwand und Kosten als die eines Videos. Machen Sie trotzdem nicht den Fehler, das Projekt Podcast halbherzig anzugehen. Die Arbeit besteht nämlich nicht nur in der eigentlichen Aufzeichnung: So müssen vorab beispielsweise die Themen recherchiert und entsprechend für Audio aufbereitet werden. Ebenfalls gehört eine Nachbearbeitung der Aufzeichnung zum guten Ton, damit es später nicht aus den Luxus-Kopfhörern blechern scheppert.
Heiß diskutiert wird auch regelmäßig über die optimale Länge des Podcasts. Hierbei ist die Zielgruppe ausschlaggebend. Während sich junge Hörer eher kurze Beiträge wünschen, reicht die Aufmerksamkeitsspanne von älteren Hörern für 15 bis 35 Minuten. Bei sehr komplexen Themen, etwa einer detailreichen Produkterklärung, darf es auch darüber hinausgehen. Eine Rolle spielt auch, in welcher Phase der Customer Journey sich die Hörer befinden, wie viel Zeit ihnen zur Verfügung steht und wie viel davon sie für Podcasts erübrigen können und wollen.

Welche Ansprache?

Im Corporate Podcast besser siezen oder duzen? Hier gibt es kein richtig oder falsch. Zum einen sollte die Ansprache zur übrigen Unternehmenskommunikation passen. Sie schlagen üblicherweise einen sachlichen Ton an? Dann behalten Sie das am besten auch bei Ihrem Corporate Podcasts bei. Locker und witzig ist aber eher ihr Ding? Solange Sie authentisch bleiben, ist das natürlich auch okay. Gerne kann der Moderator eine persönliche Note unterbringen, die wiederum den Wiedererkennungswert erhöht.

Corporate Podcasts vermarkten

Zum Schluss noch ein paar Worte zur Technik und zur Vermarktung. Für die Aufnahme des Podcasts sind drei Utensilien unverzichtbar:
1. PC
2. Mikrofon
3. Softwareprogramm zum Schneiden und zur Nachbearbeitung

Das ist natürlich nur die absolute Grundausstattung. Je nach Anspruch kommt weiteres Equipment dazu. Je professioneller der Podcast sein soll, desto mehr Wert muss auf eine qualitativ hochwertige Ausstattung gelegt werden. Podcast-Hörer verlangen einen perfekten Sound. Deshalb müssen Sie auf eine einwandfreie Klang-Performance achten.
Der Podcast sollte auf alle Fälle als Live-Stream oder Download auf der Internetseite des Unternehmens bereitgestellt werden. Außerdem kann man den Beitrag auch bei verschiedenen Podcast-Verzeichnissen im Internet – beispielweise bei iTunes oder podcast.de – eintragen. Darüber hinaus sollten ihre Zielgruppen auch durch ein Mailing oder mit einer Pressemitteilung auf das neue Angebot aufmerksam gemacht werden. Denn der beste Podcast der Welt ist vollkommen irrelevant, wenn die Hörerschaft nicht auf ihn aufmerksam wird.

 

Sie haben Fragen zum Thema oder möchten wissen, wie sich ein Podcast in eine nachhaltige Content Marketing-Strategie einbinden lässt? Kontaktieren Sie uns! Wir sprechen gerne mit Ihnen über die Möglichkeiten in Ihrem Unternehmen.

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