Wie arbeitet man eigentlich als PR-Berater? Vor drei Monaten hätte ich mir diese Frage wohl noch nicht gestellt. Für mich waren E-Mails von PR-Agenturen, z.B. mit einer Pressemeldung, immer nur ein Mittel zum Zweck, um meinem Job als Nachrichtenredakteur nachzugehen. Informationen aufnehmen und sie möglichst kompakt in einem kurzen Text wiedergeben. Der einleitende, fett gedruckte Absatz reichte in der Regel, um eine regionale TV-Nachricht daraus zu machen. Das neben einer sogenannten „PM“ noch viel mehr zum Portfolio eines PR-Beraters gehört, war mir damals noch nicht bewusst.

Als jemand, der über drei Jahre bei einem Lokalsender angestellt war und PMs in der Regel empfangen hat, habe ich mir nie wirklich Gedanken über den Arbeitsalltag eines PR-Beraters gemacht. Wie dessen Aufgaben auf Unternehmensseite oder in entsprechenden Agenturen aussieht, wusste ich nur spärlich von ein paar Bekannten aus der Branche. Einer davon: mein ehemaliger Regional-TV-Kollege Tobias. Er arbeitete schon seit einiger Zeit in einer PR-Agentur namens additiv pr. Nach einem unverfänglichen Treffen mit ihm, zu dem ich mit meinem ohnehin gehegten Wunsch nach einem beruflichen Tapetenwechsel erschien, dachte ich kurzentschlossen: „Da bewerbe ich mich!“. Nicht nur, weil Tobi von seinen neuen Aufgaben und den netten Kolleginnen und Kollegen schwärmte; ich wollte unbedingt „die andere Seite“ der Nachricht kennenlernen.

Es folgten ein pandemiebedingtes Online-Bewerbungsgespräch und eine Testaufgabe. Und ja, die Testaufgabe war das Schreiben einer Pressemitteilung, die ich innerhalb von zwei Stunden anfertigen sollte. Hier kam mir meine Erfahrung als TV-Redakteur zugute. Nachdem mein Text wohl bei additiv pr Gefallen fand, wurde ich zum Probearbeiten in die Agentur nach Montabaur eingeladen. Dort stellte ich schnell fest: In einer modern denkenden PR-Agentur geht es um weit mehr als um Pressemeldungen. Denn im Rahmen des Probearbeitens musste ich auch eine Berateraufgabe lösen.

Apropos Berater: Ich wurde eingestellt und darf mich nun offiziell „Junior PR Consultant“ nennen. Schon in der ersten Zeit des Onboardings wurde die Bandbreite einer PR-Agentur für mich viel greifbarer. Wobei ich mich hier nicht in einer klassischen PR-Agentur befinde. Denn neben klassischen PR-Textsorten empfingen mich auch Themen wie Content Marketing, suchmaschinenoptimiertes Texten und Marketing Automation. Ich bin gespannt, was in meiner Zeit in dieser Agentur noch alles auf mich zukommt. In einem bin ich mir aber sicher: Die Werkzeuge, um mich im Arbeitsalltag wohlzufühlen, werden mir hier in die Hände gelegt. Und im Gegensatz zu meiner vorherigen Stelle als Regional-TVler, geht es jetzt nicht mehr nur ums Schreiben von Texten. Neben dem Verfassen von Blogs, Fachartikeln, Anwenderberichten und Pillar Pages habe ich die Aufgabe, durch Beratung das Beste aus meinen Kunden herauszuholen. Und das ist noch längst nicht alles. Es gibt noch so viel zu entdecken – auf der anderen Seite.

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