„Und, Inga, was willst du nach dem Studium machen?“

Diese Frage verfolgte mich in meiner ganzen Studienlaufbahn. Was man wohl mit einem Sprach- und Literaturstudium machen kann? Gute Frage! Vor meinem Praktikum beim Literarischen Zentrum Gießen und einem sprachlich sehr prägenden Semester in Edinburgh hatte ich keine Ahnung. Ich stand aber erst mal vor einer ganz anderen Herausforderung: dem schottischen Akzent. Getreu dem Motto „lächeln und winken“ überlebte ich die ersten sprachlichen Erlebnisse an Kassen und Rezeptionen, in Cafés und auf der Straße. Eine Guided Tour durch Edinburgh war perfekt, um einen ersten Eindruck von der Stadt zu bekommen. Ganz ehrlich – verstanden habe ich nicht viel, aber der Sprung ins kalte stadtgeschichtliche Wasser verhalf mir zu einer nach und nach problemlosen Verständigung. In Creative Writing Workshops in der Scottish National Portrait Gallery und in einer Schule, in der ich Jugendlichen beim Erstellen von Geschichten half, festigte sich meine Leidenschaft der englischen Sprache und des Schreibens. Nach drei Monaten ging es (zugegeben schweren Herzens) wieder nach Deutschland. Hier beließen es meine Gesprächspartner nicht mehr nur bei der obigen Frage, nein. Eine Antwort lieferten sie mittlerweile gleich mit: „Du willst sicher Dolmetscherin werden, ne? Oder neee, bestimmt irgendwas mit Medien“. Aber genau das sollte es für meine Zukunft nicht sein, sondern „etwas“ mit mehrsprachigen Wort-Puzzles, tiefgehender Recherche und kreativer Kommunikation.

„Und, was machst du nach deiner Thesis?“

Das, was ich suchte, fand ich im Bereich der PR. Ich wollte mein Hobby zum Beruf machen, aber die Materie musste eine andere sein. Davor stand aber noch die Bachelor-Thesis über Nabokovs „Glory“ an. Spätestens dann wusste ich: Ich muss im Beruf weg von Austen, Lawrence, Nabokov, Pushkin und Co. und hin zu einer neuen Welt, einem neuen Jargon und neuen Komplexitäten.

„Und, was machst du jetzt?“

Nach der Thesis hieß es: Bewerbungen schreiben! Die Jobsuche gestaltete sich an manchen Tagen komplizierter als die Thesis, an anderen wiederum spannender. Da kam es mir sehr recht gelegen, dass ein Spaziergang in meinem Wohnort Montabaur mich an einer pinken Villa vorbeiführte. Auf dem Schild draußen stand „additiv pr“. Ich fand heraus, dass das, was ich suchte, auch noch genau vor meiner Nase ist. Ich bewarb mich auf die ausgeschriebene Stelle und erhielt eine Einladung zum Bewerbungsgespräch. So nahmen die Dinge ihren Lauf und nun habe ich endlich eine Antwort auf die Frage: Volontärin bei additiv pr!

Heute sitze ich im Home-Office, wie es sich zu dieser Krisenzeit gehört – es ist März 2020, die Welt ist unter „Corona-Quarantäne“ gestellt. Zuvor trat ich morgens meinen sage und schreibe vierminütigen Fußweg zur Arbeit an. Hinter pinken Fassaden verbirgt sich eine Agentur, die bei der Inneneinrichtung so leicht nicht zu übertreffen ist – Bauhaus und Industrial-Style sind hier ganz nah beieinander. Ich wurde vom Team herzlich und mit einem Blumenstrauß, dem es weder an Farbe noch an Duft mangelte, empfangen. Mein erstes Meeting stand auch direkt am ersten Tag an. Die Corona-Krise spielte dabei eine große Rolle, denn das Krisenmanagement stand beim Team sofort ganz weit oben: Ich lernte in der Praxis, welche Auswirkungen diese Krise auf Unternehmen hat und dass es in Krisensituationen besonders wichtig ist, schnell zu handeln, um Spekulationen über die Lage eines Unternehmens keinen Freiraum zu lassen. Die PR greift hierbei mit aufklärenden Texten ein. In diesen Umständen lernte ich das Schreiben von Pressemitteilungen und die präzise Recherchearbeit kennen. Die Süßigkeitenschublade in der Agentur und die Mittagspausen, die mit einem Ausflug ins Restaurant oder ins Café verbracht wurden, taten als kleine Stärkungen sehr gut. Mein erster Monat in der Agentur verging schnell und ich habe jetzt schon viel dazugelernt. Ich bin gespannt auf meine weitere Zeit in der Agentur und bin froh, auf die Frage nach dem Jetzt mit „ein Volontariat bei additiv pr“ antworten zu können.

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