Die Homeoffice-Seifenblase ist geplatzt – bei mir zumindest. Was ich damit meine? Den Traum vom Ausschlafen und in der Jogginghose mit der Müslischale vorm PC in den Arbeitstag zu starten. Das hat sich zumindest für mich relativiert. Ja, Homeoffice ist toll und es lässt sich alles auch problemlos von zu Hause erledigen und regeln, aber der rein digitale Kontakt zu den Kollegen und Kunden schlägt auf Dauer aufs Gemüt. So zumindest mein ganz persönliches Fazit nach rund 7 bis 8 Wochen im Frühjahr und weiteren 7 Wochen voller Homeoffice-Dröhnung im Herbst/Winter 2020. Über die Sommermonate haben wir im Schichtsystem gearbeitet – jeweils ein Mitarbeiter pro Büro (der oder die andere zeitgleich im Homeoffice), sodass auch da die Infektionsgefahr geringgehalten wurde. 

Die Ruhe hat mir natürlich gut getan – besonders beim Texte schreiben ist und war es erholsam, wenn nicht im Büro nebenan ein Telefon klingelt oder es an der Tür klopft. Aber manchmal fehlt eben auch genau das: Der Kollege, der an die Tür klopft, um ein kurzes Schwätzchen zu halten, oder fragt, ob man auch einen Kaffee oder Tee trinken möchte. Auch mittags mal gemeinsam raus aus dem Büro und mit den Kollegen abschalten war nicht drin – allerhöchstens digital…  

Die Corona-Krise hat uns alle erwischt und irgendwie beeinflusst, auch wenn es natürlich viele Einzelne, Berufsstände und ganze Branchen wesentlich schlimmer getroffen hat als uns in der Kommunikation. 

Gutes Krisenmanagement kommt von oben: Merkel oder Trump?!? 

Was mir aber im letzten Jahr klar wurde, ist, welche Qualitäten eine gute Führungsperson mitbringen sollte. Überspitzt gesagt zeigt sich das für mich im Merkel-Trump-Vergleich. Wo auf der einen Seite mit kühlem Kopf und zugunsten der Gesundheit und vor allem der Gesundheitsversorgung aller Menschen im Land entschieden wurde, so war auf der anderen Seite des Ozeans eine tatsachenverleugnende Politik an der Tagesordnung. Letztere hat die höchste Zahl an Corona-Toten weltweit zu verschulden, während wir in Deutschland bisher von schweren Folgen wie der Überlastung unserer Krankenhäuser größtenteils verschont geblieben sind. 

Übertragen auf unsere kleine additiv pr-Welt haben auch wir als Team dieses Jahr einen Chef erlebt, der sich um die Gesundheit seiner Mitarbeiter sorgt und die Lage ernst nimmt. Als es sich im März zuspitzte und die neue IT es uns glücklicherweise ermöglichte, wurden wir alle ins Homeoffice geschickt. Für den Rest des Jahres war dafür gesorgt, dass der Abstand in den Büros durch wechselnde Besetzung gewahrt werden konnte. Von Luftfiltergeräten, über FFP2-Masken für Termine bis hin zu schnödem Desinfektionsmittel hatten wir eigentlich alles da, was nötig und machbar war. Schon vor dem 2. Lockdown war klar, dass wir alle die letzten beiden Arbeitswochen des Jahres zu Hause arbeiten, damit jeder von uns unbeschwert mit seiner Familie Weihnachten feiern kann. Schön, dass unser Chef selbst an die arbeitsfreie Zeit in den Betriebsferien mitdenkt. 

Teamspirit – verloren oder neu gefunden? 

Diese Maßnahmen haben unserem Teamspirit keinen Abbruch getan. Klar ist es schade, dass der jährliche Sommerausflug ausfallen musste und die Weihnachtsfeier digital stattfand, aber zumindest mir macht es trotzdem Spaß im additiv pr-Team mitzuarbeiten. Und ganz wichtig: Auch der Humor ist uns nicht verloren gegangen. Vielmehr haben dreimal wöchentliche Wake-up-Calls dazu beigetragen, dass der Austausch über Projekte und Neuigkeiten von Medien oder Kunden viel unkomplizierter und lockerer geworden ist, als es sonst im einmal wöchentlichen Wochenstartmeeting im Meetingraum der Fall war. 

Herausforderung: Einarbeitung neue Kollegen 

Der Kurzarbeit in vielen Branchen zum Trotz haben wir unser Team sogar 2020 nochmal aufgestockt und zwei tolle neue Kollegen dazugewonnen. Die Einarbeitung zum Teil remote war wie schon bei unserem Volo-Zuwachs zuvor im Frühjahr Neuland für uns. Nichtsdestotrotz hat alles mit guter Planung und ohne größere Schwierigkeiten funktioniert – für die nächste Krisenlage sind wir gewappnet. 

Fazit: neue Wege – überraschend effektiv 

Und das wichtigste Erfolgserlebnis aus der langen Homeoffice-Phase: Wir konnten den größten Skeptiker davon überzeugen, dass es funktioniert, wenn das Team nicht im Büro, sondern von zu Hause arbeitet – unseren Chef. Das hat das gegenseitige Vertrauen in unsere Arbeit und gegenüber unseren Kollegen sehr gestärkt und dem Zusammenhalt wirklich gutgetan. Wir können uns aufeinander verlassen und gehen gestärkt aus der Krise. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

*

code